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Träume

Freitag, 9. Februar 2007

Der Fahrstuhl

Ich steige in einen Fahrstuhl ein, der unendlich weit in die Höhe fährt, und je höher der Fahrstuhl nach oben saust, um so weichere Knie bekomme ich. Der Fahrstuhl ist entweder voll verglast, so dass man nach allen Seiten einen ungehinderten Ausblick hat, oder ich befinde mich in einem unsichtbaren Schwebefahrstuhl. Meine Begleitung lächelt mich zwar an, aber mir ist nicht nach Lächeln zumute. Ganz oben, irgendwo über den Wolken, sind wir mit einem jovialen, älteren Herrn mit weißem Bart verabredet, den ich bereits kennenlernen durfte. Er fand damals meine Höhenangst belustigend und lachte in einem dröhnenden Bass, als mir der Schweiß ausbrach. Mir wird schon schwindlig, wenn ich nur daran denke. Ich muss mir aber eingestehen, dass die Aussicht von dort oben wirklich atemberaubend ist.

Donnerstag, 25. Januar 2007

Betriebsausflug

Ich befinde mit einer Gruppe von Arbeitskollegen auf einem Betriebsausflug, der sich über mehrere Tage erstreckt. Nach einem kleinen Imbiss wollen wir unser Quartier beziehen und werden von einer Frau mit offenen, schwarzen Haaren durch die Räume geführt, als plötzlich über die Sprinkleranlage das ganze Hotel unter Wasser gesetzt wird. Ich stehe dabei mit der Gruppe im Erdgeschoss vor dem Hotel und sehe durch ein Fenster in einen kahlen Raum, in dem die Frau steht und die Augen zusammenpresst, da ihr das Wasser in Strömen über das Gesicht läuft. Ich entferne mich daraufhin von der Gruppe und lasse mich im ersten Schock rückwärts in das grüne Gras fallen. Einige lachen über mich und kommentieren meine etwas übertriebene Reaktion. Schließlich ist klar, dass wir im Freien übernachten werden und richten uns darauf ein, die Nacht auf den Bierbänken und -tischen vor dem Hotel zu verbringen. Meinen Kollegen scheint das nichts auszumachen; es steht ja eine warme Sommernacht bevor. So feiern sie unverdrossen weiter, während meine Unzufriedenheit über die fehlende Übernachtungsmöglichkeit weiter wächst und ich immer verdrossener werde. Ich werfe einen Seitenblick auf meine Kollegin M., die ich hier nicht vermutet hätte und deren Anblick meine Stimmung weiter abfallen läßt. Schließlich reiße ich mich von meinen Kollegen los, und auf die vorwurfsvolle Frage: "Was machen Sie denn jetzt?" antworte ich gereizt: "Ich weiß nicht, was ihr macht, aber ich suche mir jetzt eine Unterkunft." Dabei plagt mich die Sorge, dass mein Geld für 14 Tage nicht reichen könnte, auch wenn ich nur 20 Euro pro Nacht ausgeben muss. Ich überschlage den Betrag und mache mich auf den Weg. Dabei gehe ich mehrere Stufen an einer Mauer entlang nach unten, die einen Fußgängerstreifen von der Straße abtrennt. Ich befinde mich mitten im historischen Ortskern, und vor einem mit warmen Orangetönen dekorierten Reisebüro liegen zwei Gestalten in weißen Laken auf der Mauer. Als ich auf sie zugehe, stehen sie auf und versuchen sich gegenseitig zu erhaschen. Sie spielen, lachen und benehmen sich so völlig ungezwungen, als wäre ich gar nicht vorhanden. Da sie wie blasse Vampire geschminkt sind, bin ich anfangs etwas verwirrt und halte sie für einen Jungen und ein Mädchen. Aber als ich sie aufmerksam studiere, fällt mir auf, dass es zwei Mädchen sind. Eines der beiden Mädchen trägt auffällig rote Haare, während das andere Mädchen zu ihm sagt: "Du hast aber ein komisches Blut!" Schließlich lande ich in einer leeren Dorfwirtschaft, die ziemlich altmodisch mit dunklen Bänken und Tischen möbliert und einer ausladenden Theke ausgestattet ist. Hinter der Theke steht ein Schankkellner, zapft gerade ein Bier und mustert mich feindselig, als ich die Gastwirtschaft betrete. Hinter einem Tisch taucht der Wuschelkopf eines Arbeitskollegen auf, der sich hier mit einer grell gemusterten und verwaschenen Decke zum Schlafen hingelegt hat. Er begrüßt mich mit einem verschlafenen "Hallo!" Ansonsten ist der riesige Schankraum des Wirtshauses völlig still, und im Hintergrund läßt sich im Dunkeln ein angrenzender, ebenfalls riesiger Saal erahnen. Plötzlich bemerke ich, dass die Tür des Wirtshauses geschlossen ist und ich zwar das Wirtshaus verlassen, aber nicht mehr zum Schlafen zurückkehren kann. Ich beginne mit dem Wirt, den ich irgendwo in diesen Räumen antreffe, über meinen Wunsch nach einem Bett zu verhandeln. Er bietet mir ein Einzelzimmer an, das ich aber mit dem schmierigen Regisseur einer Theatergruppe teilen muss. Diese Aussicht ist mir äußerst unangenehm, und ich wache auf.

Sonntag, 31. Dezember 2006

Traumschnipsel

Ich wache auf und spüre einen seltsamen Knoten auf dem Handrücken der linken Hand und am linken Oberarm. Als ich meine Hand genauer betrachte, sehe ich eine Geschwulst, die sich zu einem dicken, abstehenden Hügel verformt hat. Etwas bewegt sich in der Geschwulst. Ich springe aus dem Bett und will sofort einen Arzt aufsuchen, aber während meiner Vorbereitungen zum Arztbesuch bildet sich die Geschwulst innerhalb von wenigen Minuten zurück, so dass nur eine flammend rote Narbe übrigbleibt.

Montag, 25. Dezember 2006

Wirrsal der Träume

Das erste Fragment beginnt damit, dass ich mich fluchend auf die Suche nach einem Stückchen blauen Draht begebe, das ich für den Anschluss einer Lampe benötige. Ich finde natürlich nichts und schimpfe unaufhörlich vor mich hin. Offensichtlich scheint mir das zu gefallen, denn der nächste Traum setzt diese Tendenz fort. Er beginnt in meinem Büro, in dem ich erfahre, dass jemand aus einer anderen Abteilung seinen Schlüssel verloren hat. Ich mutmaße, dass er einen Ersatzschlüssel von seiner Chefin bekommen hat. Ich weiß zwar nicht, inwieweit ich damit befasst bin, aber es reicht für den nächsten Ausbruch einer wahren Schimpfkaskade. Dabei fällt mir ein, dass ich ein neues Passwort für den Zugang zum Wissenschaftsnetz bekommen habe. Um das Passwort zu testen, suche ich nach einer geeigneten Workstation, finde aber nur einen Computer, der in einen Spalt zwischen einem Brett und der Wand gezwängt ist. Auf der Suche nach einem Computer, den ich bedienen kann, laufe ich durch das ganze Haus. Schließlich lande ich in der Notaufnahme, in der gerade der Schichtwechsel stattfindet. Die leitende Schwester bittet mich, eine Patientin in den Rollstuhl zu hieven. Erst danach könne sie sich um mein Anliegen kümmern. In einem abgedunkelten Raum jenseits des Flurs liegt eine HNO-Patientin in einem Patientenbett, die mit einer übernatürlich weit aufgerissenen, schwarzen Mundhöhle schnarcht und überhaupt eine riesige Körperfülle aufweist. Ich verstehe, warum mich die Schwester gebeten hat, ihr zu helfen. Sie weckt die Patientin reichlich unsanft und fasst sie schließlich mit beiden Armen unter den Kniekehlen, um sie in den Rollstuhl zu heben. Ich packe mit an, aber die Patientin ist wider Erwarten federleicht. Merkwürdigerweise springt sie aus dem Rollstuhl wieder hoch und geht völlig normal im Raum umher, um ihre Tabletten einzunehmen. Kurz darauf plagt mich ein anderes Bedürfnis, und ich suche eine Toilette. Ich finde eine ganze Reihe von Toilettenkabinen, die direkt an den Flur angrenzen, aber durch einen Vorhang nur notdürftig abgeschirmt werden. Auf der Suche nach abschließbaren Toiletten gelange ich durch eine Milchglastür in einen Umkleideraum, der zwar viele Spinde enthält, aber keine einzige Toilette. Der komplett geflieste Raum ist merkwürdigerweise nahe am Boden von armdicken Röhren durchzogen und wirkt wie eine Mischung aus einem Umkleideraum im Schwimmbad und einem Heizraum. Rechts und links stehen symmetrisch die Reihen der Spinde, während man über eine kleine Rampe auf eine leicht erhöhte Galerie gelangt, von der aus man den Raum überblicken kann. Als ich einen Mann, der dort oben steht, nach Toiletten frage, sieht er zunächst durch mich hindurch, als wäre ich aus Glas. Dann hält er zwei aufgeschnittene, rote Peperoni vor meinem Gesicht in die Höhe und stellt sie aufrecht auf eine Waage. Er versucht zwar, lustig zu klingen, ist aber höchst verärgert. "Sehen Sie! Alles für die Studenten!" Da mich die Studenten nicht interessieren und ich ganz dringend eine Toilette benötige, verlasse ich das Gebäude und stürme einen grasbewachsenen Hügel hinauf, wobei ich mich fallen lasse und vor Wut in einen Grasbüschel beiße. Dabei fällt mir mein Schlüssel aus der Hand und landet direkt vor meinen Augen. Auf einem Stück Blech, das mit dem Schlüssel am Schlüsselbund hängt, sind wichtige Hinweise eingraviert, die ich nicht entziffern kann, da ich sofort danach aufwache.

Sonntag, 12. November 2006

Meet me in the eye

Ich habe den Auftrag, ein Kriegsgebiet zu überwachen, aber um schnell dorthin zu gelangen, benötige ich die Hilfe eines Spezialisten, der eine Art Teleporter bedient. Ich weiß nur, dass das betroffene Land früher eine deutsche Kolonie in Afrika war, kann mich aber nicht mehr an dessen Namen erinnern. Der Spezialist wohnt in einem seltsamen Gebäude mit verwinkelten Fluren, und es dauert eine ganze Weile, bis ich ihn aufgespürt habe. Er sitzt in einem mit weißen Tüchern abgehängten Raum und bedient höchst fingerfertig eine Steuerkonsole mit vielen farbigen Knöpfen. Neben ihm liegt ein riesiger LCD-Monitor flach auf dem Boden, der eine Fläche von vier Quadratmetern einnimmt. Ich erzähle ihm von meinem Auftrag, aber er nickt bloß und vertieft sich dann wieder in das geschmeidige Spiel seiner Finger. Nun interessiert es mich doch, was er denn mit seiner Konsole bedient, und ich frage ihn: "Sag mal, was machst du denn da?", worauf er abrupt seine Tätigkeit unterbricht, um mir zu antworten: "Siehst du es denn nicht?" Auf dem LCD-Monitor sind nur Bildfetzen und Bildrauschen zu erkennen wie bei einem schlecht eingestellten Fernseher. Ich glaube schon gar nicht mehr daran, dass der Spezialist mir in irgendeiner Weise weiterhelfen kann, als ich plötzlich auf einer Art Marktplatz im Freien stehe und die südliche Sonne unbarmherzig auf mich niederbrennt. An mir fährt eine Kolonne modernster amerikanischer Panzer vorbei und atemlos berichte ich im Stil eines Auslandskorrespondenten, dass die Rebellion niedergeschlagen wurde. Wie zur Bestätigung meines Berichts explodieren genau in diesem Augenblick auf dem gegenüberliegenden Hügel zwei Wohnhäuser. Kurze Zeit später wache ich wieder in denselbem Raum auf und öffne die Augen, aber der Spezialist, die Konsole und der LCD-Monitor sind verschwunden. Ich durchsuche erneut durch das ganze Haus und finde ihn in einem dunklen Gang auf dem Boden sitzend. Da ich hellauf begeistert von seiner Arbeit bin, suche ich in meiner Geldbörse einige Münzen zusammen, die ich ihm in die Hand drücke. "Und? Ist das so ausreichend?" "Ja, mehr als das. Ich habe genügend davon." Und als er sich sich aufstützt, um sich ein wenig gerader hinzusetzen, klimpert das Münzgeld in seinen Taschen. Er sieht jetzt völlig verwahrlost aus und ist in zerrissene Lumpen gekleidet.

Donnerstag, 9. November 2006

Wilde Träume

Wilde Träume hatte ich in der vergangenen Nacht. Es handelte sich dabei wieder mal um nicht enden wollende Verfolgungsträume. Ich kann mich nicht erinnern, jemals von so ausufernden und episch breiten Verfolgungsszenarien geträumt zu haben wie in den letzten Monaten. Allmählich macht mich das ein wenig stutzig. Im Traum letzte Nacht geriet ich in eine ähnliche Situation wie Neo am Ende des zweiten Teils der "Matrix"-Trilogie: ich wehrte auf mich geschleuderte, weiße Schranktüren mit der bloßen Kraft meiner Gedanken ab, war aber danach ziemlich erschöpft. In einer weiteren Traumsequenz werde ich von der Gestapo verfolgt und laufe dabei mit nacktem Oberkörper auf ein Fußballfeld, wobei ich immer wieder "Ecce homo! Ecce homo!" brülle. Ich will damit nur kundtun, dass ich auch nur ein Mensch bin. Viel mehr als das beschäftigt mich allerdings die Frage, woher dieses Zitat stammt. Ich erinnere mich im Traum dunkel an ein Buch von Nietzsche, das diesen Titel trägt, aber ich vermute auch einen biblischen Ursprung. Die herumstehenden Fußballspieler sehen mich milde lächelnd an wie einen Verrückten oder glotzen ziemlich verständnislos. Danach finde ich mich in einem Kellergewölbe wieder, in dem Goldstaub in Plastiksäckchen gelagert ist. Es gelingt mir, zwei davon beiseite zu schaffen. Danach setze ich mich an einen Tisch, an dem gerade gepokert wird. Triumphierend sage ich: "Ich setze 2000!", und als ich die Skepsis meiner Mitspieler bemerke, füge ich hinzu: "In Gold." Einer der Spieler nickt anerkennend. Offensichtlich darf ich jetzt auch mitspielen.

Dienstag, 11. Juli 2006

Verschlungene Wege

BlattadernAuf der Freitreppe vor dem Eingang zum wirtschaftswissenschaftlichen Trakt treffe ich unseren weißhaarigen Abteilungsleiter mit seinem typischen gelblich verfärbten weißen Schnauzbart, der außer sich vor Freude ist, mich zu sehen. Er begrüßt mich so überschwänglich, dass ihm sein Zigarillo aus dem Mund fällt: "Hallo Herr T.! Schön, dass ich sie sehe!" Ich hebe es spontan auf und gebe sie ihm zurück, da ich ihn mir ohne Zigarillo kaum vorstellen kann. Er schüttelt mir voller Begeisterung die Hand. Seine Freude verblüfft mich zwar, ist mir aber auch sehr suspekt, so dass ich immer mißtrauischer werde. Nachdem ich mich von ihm verabschiedet habe, folge ich der abwärtsführenden Treppe in ein extrem niedriges Kellergeschoß, das ich in gebückter Haltung durchquere. Kurz darauf sitze ich zusammen mit einigen Kollegen in der letzten, dunklen Reihe eines Hörsaals. Der Dozent nennt immer wieder meinen Namen, und ich spüre die Mischung aus Bewunderung, Stolz und Neid, die mir meine neben mir sitzenden Kollegen entgegenbringen. Ich bin äußerst vergnügt und folge der Vorlesung nur bruchstückhaft. Nach der Vorlesung gehe ich eine Straße entlang und werde von einem ehemaligen Kollegen angesprochen, der eine geheime Radiostation in einem Kleintransporter betreibt. Er setzt mir einen Kopfhörer mit Mikrofon auf, der mich einengt und mir Kopfschmerzen verursacht, und spielt an den Reglern eines uralten Funkgeräts herum. Es dauert einige Zeit, bis ich begreife, was er mit dem Funkgerät und seinem Piratensender beabsichtigt. Rauschverzerrt höre ich die Stimme einer Schwester aus dem Klinikum, die uns beide um einen rechtlichen Ratschlag bittet. Ich finde es sehr anstrengend, meinem ehemaligen Kollegen zu folgen, der mir ununterbrochen etwas erklärt, und gleichzeitig kaum verständliche Brocken der Stimmen aufzufangen, die durch den Äther rauschen, und sie zu sinnvollen Sätzen zusammenzufügen. Schließlich reiße ich mir den Kopfhörer vom Kopf und verlasse meinen ehemaligen Kollegen wieder. Kurze Zeit später stehe ich vor dem weißen Bedienpanel eines Dialysegerätes und drücke aus Spaß auf einen Knopf. Im grün leuchtenden Display leuchtet daraufhin eine merkwürdige Zeichenfolge aus Schrägstrichen auf, die auf einen Fehler hindeutet. Mein Kollege, der gleichzeitig der Techniker ist, der das Gerät betreut, meint daraufhin zu mir: "Wenn du es jetzt verstellt hast, darfst du dich heute nachmittag hinsetzen und die Bedienungsanleitung lesen!" Im Traum erscheint mir das gar nicht so schlimm.

Bildquelle: Photocase

Donnerstag, 6. Juli 2006

Düstere Bilder

Ich stehe in einer Sakristei oder einem sakralen Raum und betrachte das dort aufgestellte, massive Sideboard. Es ist sehr dunkel, und ich fühle mich nicht wohl. Überdeutlich spüre ich die unheimliche Anwesenheit von weiteren Personen, die ich aber weder fassen noch sehen kann. Da ich vor Angst wie gelähmt bin, gelingt es mir auch nicht, etwas zu erledigen, um das ich gebeten wurde, und ich schreie in Panik den Namen einer Bekannten heraus, die sich in einem Nebenraum befindet. "Ja, B., was ist?", antwortet sie und steckt kurz ihren Kopf durch die Türe. Ein Streifen Licht fällt durch den offenen Türspalt. Meine Panik ist wie weggewischt, und ich schüttle den Kopf über mich selbst. Später studiere ich eingehend ein Grabmal, das aus einer dicken Mauer mit mehreren darin eingelassenen Grabplatten aus Marmor besteht, und lese die Namen meiner Freunde. Der Himmel ist mit dicken, schwarzen Wolken bedeckt, die keinen einzigen Strahl Licht auf die Erde fallen lassen. Ich spüre, wie das unheimliche Gefühl erneut in mir hochkriecht, und denke mir: "Ja, genau so könnte es sein."

Sonntag, 18. Juni 2006

Fragmente

In einem uralten, baufälligen Gerichtsgebäude suche ich nach einem verborgenen Raum. Ich bewege mich mit einem Freund durch die verschlungenen, niedrigen Gänge. Die Böden sind aus Holz und wirken nicht besonders stabil. Über die Stellen, an denen man einbrechen könnte, wurden nur Decken geworfen. Als ich wieder mal über eine solche Stelle balanciere, erreiche ich zwar den Durchgang zu einem anderen Trakt, aber ich kann dann weder vor noch zurück. Ich blicke nach unten und sehe ins Dunkel eines Treppenhauses. Das Geländer neben mir ist nur weiß lackiertes Holz und wirkt äußerst brüchig. Als ich meinen Freund um Hilfe bitte, grinst er mich nur hämisch an. - Ich stehe zusammen mit anderen, darunter einigen Kollegen, im Vestibül eines Gerichtsgebäude, das dem Bahnhof in R. sehr ähnlich sieht, und warte auf den Ausgang einer Entscheidung. Als der Angeklagte das Gebäude verlässt, skandiere ich plötzlich: "Mörder! Mörder! Mörder!" Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Einige, die in meiner Nähe stehen, missbilligen meine lauten Rufe. Einige meinen: "Er ist doch noch gar nicht verurteilt!" Aber meine penetranten Rufe zeigen schließlich Wirkung, so dass am Ende alle "Mörder!" skandieren, auch die, die vorher mein Rufen missbilligten. Vor dem Gebäude erscheint plötzlich ein Demonstrationszug, der dasselbe ruft. Er wird vom Bischof angeführt, der eine Monstranz vor sich herträgt. - Mitten in den Semesterferien findet an der Uni (Schule?) ein Seminar statt, das ich zusammen mit dem Dozenten organisiert habe. Irgendwie spielte dabei ein Set von Farbstiften eine Rolle, ich kann mich aber nicht mehr erinnern, welche. Ich erscheine jedenfalls zu spät zum Seminar. Der Eingang zum Raum liegt ziemlich versteckt hinter einer Ecke. Dort angekommen, öffnet sich eine lange Flucht, bei der sich links die Eingänge zu den Hörsälen befinden und rechts eine Reihe unverbundener Fenster. Entweder ist das Glas getönt oder es ballt sich gerade ein größeres Unwetter zusammen; es ist jedenfalls ziemlich düster draußen. Ich stehe vor den Eingängen zum Hörsaal; die Wand ist eine helle, glatte Holzfläche, in die die Türen mit den Designerklinken eingelassen sind. Ich weiß nicht so recht, welchen Eingang ich benutzen soll, hänge meine Jacke an einen Haken und betrete schließlich den abgedunkelten Raum. Wieder treffe ich einige Kollegen aus der Arbeit, die sofort aufstehen, als ich den Raum betrete. Ich will mich aber in eine Reihe setzen, in der Mitstudenten sitzen, die ich nicht kenne. Als ich sie bitte, aufzustehen, damit ich in der Mitte Platz nehmen kann, sehen sie mich zuerst verwundert an, springen dann aber auf. - Ich wohne im oberen Stockwerk eines mehrstöckigen Hauses, und direkt gegenüber befindet sich ein anderes Haus, in dessen Fenster man blicken kann. Ein Bekannter taucht auf und behauptet, dass im Stockwerk gegenüber ein Bordell betrieben wird. Als ich jedoch ein Fenster öffne, sind alle Fenster im Stockwerk des gegenüberliegenden Hauses dunkel und wirken ziemlich verlassen. Lediglich etwas weiter die Straße abwärts wurde hektisch in einem Raum das Licht gelöscht. Lange Zeit geschieht überhaupt nichts. "Da drüben ist niemand", sage ich zu meinem Bekannten und schließe das Fenster wieder. - Ich fahre mit dem Rad durch eine endlos wirkende, flache Landschaft, als am Horizont die überdimensionale, gelbe Front einer dreischiffigen Wallfahrtskirche erscheint. Dieser Eindruck ist selbst im Traum völlig unwirklich.

Sonntag, 11. Juni 2006

Aufzüge

Ich sitze an der Theke eines neueröffneten Cafes und spreche mit dem Barkeeper, der mich entfernt an einen alten Bekannten erinnert. Unglücklicherweise fällt mir aber sein Name nicht ein. Als ich die Cocktailkarte studiere, um etwas zu bestellen, winkt der Barkeeper ab, als wolle er sagen: "Lass sein, ich gebe einen aus!" Und tatsächlich kommt er hinter der Theke hervor und öffnet eine Flügeltür, die unter dem Tresen eingelassen ist und sich in meine Richtung aufziehen lässt. Dahinter steht ein großer Behälter, der mit einer alkoholischen Flüssigkeit gefüllt ist. Der Barkeeper nimmt einen Schlauch und hält ihn in ein hohes, schlankes Glas, das sich langsam füllt. Die Flüssigkeit ist farblos und hat fast gar keinen Geruch; im Traum weiß ich aber, dass es Gin ist. Ich nippe am Glas, aber der Barkeeper wollte noch etwas schwarzen Beerensirup hinzugießen und nimmt mir das Glas sofort weg, nachdem ich es abgesetzt habe. In meinem Mund breitet sich von meinem ersten Schluck ein intensiver Geschmack von Pfefferminz aus. Etwas später stehe ich vor dem Gebäude und betrete einen Kabinenaufzug, der direkt von der Straße aus zugänglich ist. Hinter einer weißen Art-decó-Türe verbirgt sich der Aufzugschacht, während sich direkt daneben der Eingang zum Cafe befindet. Der Aufzug ist uralt, aber die Kabine ist aus edelsten Hölzern und wurde auf Hochglanz poliert. Während der Fahrt schrammt der Aufzug an den Schachtwänden entlang, und die quietschenden Geräusche erwecken wenig Vertrauen, so dass ich ständig Angst habe, die Aufzugseile könnten reißen und ich würde zusammen mit dem Aufzug ungebremst in die Tiefe rasen. Nachdem ich mehrere Male mit dem Aufzug auf und ab gefahren bin, steige ich im vierten Stock aus, in dem ein vornehmes Restaurant untergebracht ist. Ich bemerke, dass das Restaurant übervoll ist, und habe auch den Grund für mein Aussteigen in diesem Stockwerk vergessen. Ich laufe quer durch das Restaurant zu einem überladenen Garderobenständer und suche dort meine terracottafarbene Jacke, weiß aber ganz genau, dass ich sie im Cafe im Erdgeschoss liegen gelassen habe. Auf dem Weg zum Garderobenständer begegnet mir S., deren massive Korpulenz mir wie immer Angst einflößt. "Ja, hallo, was suchst du denn hier?", fragt sie mich. Ich werde nervös wie jemand, der bei etwas Verbotenem ertappt wurde, und antworte stammelnd: "Ich suche meine Jacke, die etwas abgetragen ist. Eigentlich sehr abgetragen. Ich sollte dringend meine Garderobe erneuern." Während dieses Gesprächs gehen wir bereits zu einem weiteren Aufzug, dessen Kabinenboden die ungewöhnliche Form eines Trapezes aufweist. Es befindet sich bereits in der Kabine, der sich mit einem Seufzer in eine Ecke zurückzieht, als wir beide einsteigen. Dieser Aufzug ist nur mit grauen Plastikwänden ausgestattet und beeindruckt nicht aufgrund seines luxuriösen Innenlebens. Er ist jedoch hochmodern und auf dem neuesten Stand der Technik. S. und ich unterhalten uns weiter, aber das Gespräch plätschert belanglos dahin und verliert sich in Banalitäten.

Rauschen

Auf den Seiten der BBC News
gibt es eine eindrucksvolle Foto-Slideshow zu den Restaurierungsarbeiten...
ElsaLaska - 7. Dezember, 12:00
Wie Sie sehen ... sehen Sie nichts.
Dafür gibt es umso mehr zu hören. Tiberius...
ElsaLaska - 6. Dezember, 21:41
Der H.H. Erzbischof Zollitsch über die Alte Messe.
Ein Auszug aus einem kath.net-Beitrag. >>Auch. ..
ElsaLaska - 6. Dezember, 20:47
Im letzten Moment
doch noch einen Adventskranz ergattert, diesmal mit...
zuckerwattewolkenmond - 6. Dezember, 16:54
Kaiserslautern und Speyer.
Aus dem Bistum Speyer kommt folgende Meldung für...
ElsaLaska - 6. Dezember, 11:02
Kann mir mal jemand erklären,
was es mit Schrödingers Katze auf sich hat? Ich...
Anobella - 6. Dezember, 09:26
Für unsere Berufenen: Mario und Florian
Niemand hat euch einen Rosengarten versprochen. Aber...
ElsaLaska - 5. Dezember, 23:06
40 Jahre Liturgiereform - 10 Fragen an S. E. Annibale Bugnini....
Warum ist das Schlussevangelium entfallen? Im Schlussevangelium...
ElsaLaska - 5. Dezember, 22:09

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