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Fundsachen

Freitag, 9. Februar 2007

Statt einer Antwort

...
Ja, die Frühlinge brauchten dich wohl. Es muteten manche
Sterne dir zu, daß du sie spürtest. Es hob
sich eine Woge heran im Vergangenen, oder
da du vorüberkamst am geöffneten Fenster,
gab eine Geige sich hin. Das alles war Auftrag.
Aber bewältigtest du's? Warst du nicht immer
noch von Erwartung zerstreut, als kündigte alles
eine Geliebte dir an? (Wo willst du sie bergen,
da doch die großen fremden Gedanken bei dir
aus und ein gehn und öfters bleiben bei Nacht.)
Sehnt es dich aber, so singe die Liebenden; lange
noch nicht unsterblich genug ist ihr berühmtes Gefühl.
Jene, du neidest sie fast, Verlassenen, die du
so viel liebender fandst als die Gestillten. Beginn
immer von neuem die nie zu erreichende Preisung;
denk: es erhält sich der Held, selbst der Untergang war ihm
nur ein Vorwand, zu sein: seine letzte Geburt.
Aber die Liebenden nimmt die erschöpfte Natur
in sich zurück, als wären nicht zweimal die Kräfte,
dieses zu leisten. Hast du der Gaspara Stampa
denn genügend gedacht, daß irgend ein Mädchen,
dem der Geliebte entging, am gesteigerten Beispiel
dieser Liebenden fühlt: daß ich würde wie sie?
Sollen nicht endlich uns diese ältesten Schmerzen
fruchtbarer werden? Ist es nicht Zeit, daß wir liebend
uns vom Geliebten befrein und es bebend bestehn:
wie der Pfeil die Sehne besteht, um gesammelt im Absprung
mehr zu sein als er selbst. Denn Bleiben ist nirgends.
...
R. M. Rilke, 1. Duineser Elegie

Samstag, 27. Januar 2007

Masquerade

Donnie Darko: "Warum trägst du eigentlich dieses alberne Hasenkostüm?" - Hase: "Warum trägst du eigentlich dieses alberne Menschenkostüm?"

aus: "Donnie Darko"

Montag, 25. Dezember 2006

Astern

Frau Modeste hat mit der Überschrift "Alte Beschwörung, Bann" einen passenden Rahmen für ihren melancholischen Eintrag gefunden. Ich selbst fühlte mich wieder an die beinahe resignierenden Zeilen Gottfried Benns erinnert.

Astern

Astern - schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
Die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen du -
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewißheit wacht:
die Schwalben streifen die Fluten
und trinken Fahrt und Nacht.

Freitag, 24. November 2006

Hoizscheidl-Rap

Solo, Sprechgesang:
Da Oasiedl vo Bong
hot Hoizscheidl glom
und hod si an Schiefling
in Osch einizong.

Chor im Hintergrund:
Hoizscheidl glom -
Schiefling eizong -

Solo, Sprechgesang:
Da Mesna vo Krailing
a kreizbrava Mo
der hod eam den Schiefling
vom Osch aussa do.

Text und Musik: Haindling

And now the complete text in German:

Der Einsiedler von Bogen (der berühmte Mühlhiasl, Anm. d. Autors)/ hat Holzscheite gehackt/ und hat sich beim Hacken einen spitzen Holzspan/ in den Allerwertesten gezogen./ Der Mesner von Krailing,/ ein kreuzbraver Mann/ der hat ihm den spitzen Holzspan/ aus dem Allerwertesten gezogen.

Donnerstag, 16. November 2006

Georg Ringsgwandl

Er war ja früher tatsächlich mal Oberarzt. Aber jetzt hat er in seiner Eigenschaft als spöttischer Zauselbarde mein Zwerchfell erschüttert:

"Jetzt steh i scho seit acht Stunden do und übe Geduld,
dreihundert Meter weg vom Altar.
Der Papst, der hoit sei Predigt, und er hot ja aa recht,
es is wirklich oft a bissl schlecht mi'n Geschlecht.
Und wia i grod so hischau, ich kleiner Sündermann,
da schaut der Papst grad zu mir her, ja der Papst, der schaut mich an.
Ja ja mi, ja ja mi, ja
mi hot da Papst gsehng.
Ja ja mi, ja ja mi, ja
mi hot da Papst gsehng.
Pope seen, alright."

Aufhören! Aufhören! Aaaahhh, mir tut alles weh!

Samstag, 4. November 2006

Die Massnahmen

Die Faulen werden geschlachtet,
die Welt wird fleißig.

Die Häßlichen werden geschlachtet,
die Welt wird schön.

Die Narren werden geschlachtet.
die Welt wird weise.

Die Kranken werden geschlachtet,
die Welt wird gesund.

Die Alten werden geschlachtet,
die Welt wird jung.

Die Traurigen werden geschlachtet,
die Welt wird lustig.

Die Feinde werden geschlachtet,
die Welt wird freundlich.

Die Bösen werden geschlachtet,
die Welt wird gut.

Erich Fried

Donnerstag, 8. Juni 2006

Die Schönheit der Frauen

Eine Frau ist schön, wenn man sie zart drückt und der Daumen dabei in ihrem Unterarm versinkt.
Arabisches Sprichwort

Mittwoch, 7. Juni 2006

Ob das eine realistische Option ist,

bezweifle ich mal ganz stark:

Better be hated for who you are, than be loved for who you´re not.

Außerdem ist Aufrichtigkeit verdammt anstrengend, abtörnend und humorlos. Zumindest meistens.

Möglichkeiten

Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?
Franz Kafka

Freitag, 5. Mai 2006

Für Elsa

Ad Xandram

Xandra mihi tantum quondam crudelis amata,
quantum dilecta est femina nulla viro.
En erit ulla dies, qua tu succurrere nobis
et tumidos fastus ponere, Xandra, velis?...

Cristoforo Landino (*1424 Pratovecchio, + 1497)

Edit: Für alle, die nicht im Besitz des großen Latinums, Graecums und Hebraicums und damit potentielle Theologiestudenten sind (97), hier die Übersetzung (auf der Seite nach unten scrollen).

Rauschen

Schöne Initiative in Annweiler am Trifels.
Via David kommt dieser Hinweis auf einen Gebetstag...
ElsaLaska - 23. November, 20:33
Maulkorb von links
Der klassische Maulkorb von rechts benutzt ja Paulus...
ElsaLaska - 23. November, 19:57
vergelesen
beim Stöbern in den reduzierten Restexemplaren...
zuckerwattewolkenmond - 23. November, 19:29
Tja. Jetzt habe
ich mir also die letzten Tage Prime suspect, die Complete...
Anobella - 23. November, 19:06
Max Frisch
Ich lese zwischendurch immer wieder gern in den gesammelten...
Frau Schaaf - 23. November, 15:16
Traumsplitter
Windgrün Ein scharfer Wind bläst und mir...
zuckerwattewolkenmond - 23. November, 11:03
Aua, schreit der Bauer!
Gestern Abend auf dem Weg vom Auto zur Wohnung bin...
Frau Schaaf - 23. November, 10:26
I could say bella, bella, even say wunderbar
zuckerwattewolkenmond - 22. November, 22:08

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