Aufgeflogen

Ich weiß nicht wie, aber ich bin unzweifelhaft aufgeflogen. Hier lesen Personen mit, für die der Inhalt des Weblogs nicht bestimmt ist; jetzt habe ich den Beweis. Wenn diese Personen in meiner unmittelbaren Nähe nicht eine entscheidende Rolle spielen würden, wäre es mir sicherlich egal. Aber meine Anonymität ist und bleibt eine entscheidende Voraussetzung für das Bloggen. Wenn ich jemandem dennoch die URL meines Blogs mitgeteilt habe, war ich mir ziemlich sicher, dass er mich sehr gut kennt und weiß, wie manche Beiträge, die etwas über das Ziel hinausschießen, zu verstehen sind. Es gibt genügend andere Bloghoster und noch eine Fantastilliarde an Pseudonymen, aber den einen, einzigen Wilden Kaiser wird es nun eben nicht mehr geben. Nach Sichtung und Sicherung meiner Einträge werde ich mich einer anderen Karawane anschließen. Euch wünsche ich alles Gute. WilderKaiser
ElsaLaska - 17. Februar, 12:00

Das ist auch so ein Eintrag, den ich im Laufe der Jahre immer mal wieder bei dir lese. Hast du den vorgefertigt irgendwo, als Muster?

Ja, alles Gute. Natürlich.

WilderKaiser - 17. Februar, 12:10

Nein, den habe ich nicht als Muster. Aber dieses Mal ist es wirklich ernst. Ich habe es seit einigen Wochen sowieso schon vermieden, allzu viel über meine Arbeit zu berichten, aber dann und wann wäre es natürlich eine riesige Erleichterung, sich auskotzen zu dürfen, ohne über Konsequenzen nachdenken zu müssen. Mir ist klar, dass diese Begründung für dich oder andere hohl klingen muss. Dagegen kann ich leider auch nichts tun. Die Dinge sind so, wie sie sind. Und: Seit wann entschuldigt sich ein Vorgesetzter, wenn er dienstlich etwas von einem will? Das kann kein Zufall sein und hängt für mich völlig offensichtlich mit diesem Eintrag zusammen. Auch die Fragen danach, wie ich Weihnachten verbracht habe (O-Ton: "Sie waren hoffentlich nicht allein?"), hatten diesen verdächtigen Unterton, der mich sofort an meine Blogeinträge denken ließ. Und die auffällige und abrupte Verhaltensänderung nach diesem Blogeintrag. Nein, es kann jeder davon halten, was er will. Aber ich beobachte das nun schon seit längerer Zeit. Noch dazu weiß ich, dass mein Vorgesetzter beinahe derselbe Internetjunkie ist wie ich selbst. LG, WilderKaisers
WilderKaiser - 17. Februar, 12:28

Da der Meinungsbildungsprozess aber schon abgeschlossen zu sein scheint - was ja meine Schuld ist - hebt sich alles wieder exakt auf. Also: warum Erklärungen nachliefern?
zuckerwattewolkenmond - 17. Februar, 12:46

Dieselbe Beobachtung in deinem Blog habe ich auch gemacht. Wenn du so oft aufgeflogen bist, dann frage ich mich, warum du daraus keine Konsequenzen gezogen und eine andere Strategie zur Geheimhaltung entwickelt hast. Ehrlich gesagt habe ich ein bißchen den Eindruck, dass du es entweder darauf anlegst, immer wieder aufzufliegen oder etwas paranoid bist. *gg*

Ich habe übrigens eine zeitlang ebenfalls gedacht, meine Chefin liest mit, weil sie immer so komische Bemerkungen gemacht hat, die ich für mich auf einige Einträge bezog. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich mir das nur eingebildet habe und meine Chefin hat mit Internet sowieso nichts am Hut. Andererseits hätte es mich aber komischerweise nicht so sehr gestört, dass ich das Blog still gelegt hätte.

Aber wie auch immer gebe ich dir ein ums nächste Mal meine beste Wünsche mit auf den Weg. Davon kann man ja nie genug haben. ;o)
WilderKaiser - 17. Februar, 12:52

Jaja, ich bin paranoid. Dass mein 20six-Blog von einem Arbeitskollegen gelesen wurde, wußte ich. Allerdings konnte ich damals - nach der Umstellung auf die myblog-Software - noch einen Passwortschutz vergeben, und aus war´s mit der Mitleserei. Solche privaten Projekte sorgen ja immer wieder mal für Gesprächsstoff unter den Kolleginnen und Kollegen. Aber wenn jemand so gezielt auf etwas hinauswill, dass er scheinbar willkürlich ein Thema aus der Luft greift und damit voll ins Schwarze trifft - dann kann das kein Zufall sein. Ich gebe ja hier doch mehr von mir preis als meine Ansichten über das Essen von heute mittag. Das alles wäre noch nicht so schlimm, wenn nicht ständig unausgesprochen die Frage im Raum stehen würde, ob ich tatsächlich der Richtige für dieses Projekt bin, ob ich mich rechne usw. usf. - irgendwann geht man sehr schnell dazu über, persönliche Faktoren als ausschlaggebend anzusehen. Da wird dann plötzlich jedes private Detail wichtig. Ich erinnere mich mit Schaudern an einige Hexenjagden, die bei uns schon veranstaltet wurden.
zuckerwattewolkenmond - 17. Februar, 12:56

Ich habe nicht gesagt, dass du paranoid bist, sondern dass du es anscheinend darauf anlegst immer wieder aufzufliegen ODER paranoid bist. Wenn ich wüßte, dass ich so oft schon wirklich aufgeflogen bin und weiß, dass ich das absolut nicht will, hätte ich mir schon längst etwas anderes überlegt, wobei es natürlich blöd ist, wenn man sein Pseudonym, dass ja irgendwie mit einem verwächst, wieder aufgeben muss. Deshalb habe ich von Anfang an immer darauf geachtet, es so gut wie möglich geheim zu halten.
WilderKaiser - 17. Februar, 13:00

Ja, eben, ich bin auch davon ausgegangen, dass dieser Blog hier nur mir und einer anderen Person im RL bekannt ist (das ist nicht die Lücke, das weiß ich bestimmt), aber ich habe mich getäuscht, und alle Sciherheitsmaßnahmen haben nicht den erwünschten Erfolg gezeigt. Mir fällt nicht mehr viel ein, was ich machen könnte.
zuckerwattewolkenmond - 17. Februar, 13:06

Vielleicht einfach während der Arbeit nicht mehr bloggen? Ich weiß ja nicht, wie eure IT-Richtlinien sind und wer das überwacht, aber vielleicht liegt da die Lücke. ;o)
WilderKaiser - 17. Februar, 13:10

Ja, das könnte sein. Aber nicht, weil der Datenverkehr überwacht wird.

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