Dinge, die ich an Tagen tue, an denen ich krankgeschrieben bin

1. Als erstes informierte ich meinen Chef, dass ich heute und voraussichtlich die ganze Woche nicht zur Arbeit erscheinen werde. "Aber wir müssen...und Sie sollten...und wir können nicht, bevor Sie...und ich muss wissen, wann Sie wieder...vielleicht treffen wir uns, meinetwegen auch am Samstag...und ich komme dann...ich richte mich nach meinen Mitarbeitern, weil ich..." Ich dachte, ich höre nicht richtig. "Ich habe zwar nächste Woche Urlaub, aber soll ich den stornieren und wieder in die Arbeit kommen?" Die "lustige" Fortsetzung folgt unter 3., haha.

2. Ab halb acht wartete ich eine Stunde beim Arzt, einem passionierten grauhaarigen Golfer. Dann wurde mir mitgeteilt, dass mein Hausarzt vormittags aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kommen wird (zuviel Golf?). Zur Praxis der Vertretung sind es Gott sei Dank nur 200 Meter. AU ohne Probleme von der Vertretung bekommen.

3. Mit halbvollem Mund, in dem gerade ein Croissant steckte, diskutierte ich mit meinem Chef am Handy über meine Überstunden. Der Antrag zur Übertragung meiner Überstunden (so an die 60) in das nächste Jahr, der von ihm zunächst recht flapsig kommentiert wurde, warf dann doch größere Probleme auf. Mir blieb der Bissen im Hals stecken. Mein Chef will sich darum kümmern, dass die Urlaubstage der nächsten Woche in Zeitausgleich umgewandelt werden. Mir soll es recht sein, bleibt doch dann mehr Urlaub übrig. Mir ist nur noch nicht ganz klar, ob und wie er das ausgeschöpfte Kontingent an Zeitausgleichstagen überziehen kann. Standardsatz: "Wir müssen da einen Modus finden." Ja, stimmt. Das trifft auf viele Dinge zu.

4. Geld! Seit ich meine beiden EC-Karten verloren habe, darf ich mir wieder die Öffnungszeiten des Bankschalters merken. 200 Euro abgeräumt.

5. Ich brauche endlich wieder eine funktionierende Armbanduhr. Natürlich fiel mir da als erstes wieder die Tchibo-Uhr ein, die ich schon seit Tagen im Visier habe. Uhr erstanden, Metallarmband gegen Lederarmband tauschen lassen, im finanziellen Rahmen geblieben und bewaffnet die Einkaufspassage wieder verlassen.

6. Zuhause folgten mehrere Telefonate mit einer Kollegin, die sich nicht sicher ist, ob sie sich als meine Nachfolgerin bewerben soll. Die zweijährige Befristung meiner neuen Stelle steht immer noch im Raum. Meine Vertragsunterlagen sagen aber etwas anderes. Damit der Personalrat in ihrer Angelegenheit tätig werden kann, benötigt sie eine Kopie meiner Vertragsänderung, die ich vor einigen Wochen unterschrieben habe. Und zwar noch vor Mittwoch.

7. Ich unternahm einige Versuche, meine Vertragsunterlagen und eine Einverständniserklärung einzuscannen. Ungefähr beim 10. Versuch hatte ich den Bogen raus. Dann hängte ich die Dateien an eine e-mail und wartete, bis die e-mail flugs innerhalb von 20 Minuten verschickt wurde. Geschafft! Ich durfte mein müdes und krankes Haupt auf mein Kopfkissen werfen.

8. Nein. Mein Chef schrieb mir eine e-mail an meine private e-mail-Adresse. Eine halbe Stunde später hatte ich alle Infos aus dem Stegreif in eine Antwortmail gepackt. Ich unterließ es, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass ich eigentlich krank bin, dass das meine private e-mail-Adresse ist usw. Dosierung beachten! Nur einmal täglich Stress mit Chef!

9. Mindmap für Weihnachtsgeschenke und -wünsche angelegt.

10. Mist! In einer halben Stunde schließt die Post ihre Pforten, und die AU muss noch auf den Weg gebracht werden. Briefumschläge adressiert, auf geht´s! Keine Müdigkeit vorschützen!

11. In einem Anfall von Paranoia schlüpfte ich auf Schleichwegen in mein Büro, um die privaten Daten des Firefox, der auf meinem Internetrechner installiert ist, zu löschen. Neuerdings können ja meine Kollegen mein Büro ausspionieren nutzen, da ich ihnen auf Drängen meines Chefs hin einen Zweitschlüssel überlassen musste.

12. 20.00. Zuhause. War heute was? Vielleicht wäre es vernünftiger gewesen, gleich in die Arbeit zu gehen. Aber nein, ich muss ja krank spielen (wobei ich wirklich krank bin und nicht nur simuliere). Ich bin so stinkfaul und bekomme meinen A. nicht hoch. Aber jetzt -
SingleMama - 18. Dezember, 21:03

Auf jeden Fall: GUTE BESSERUNG!!!
Und kurier dich richtig aus, ignoiere Anrufe und Mails vom Chef ... das wird wohl nicht weglaufen.

WilderKaiser - 18. Dezember, 21:08

Danke! *Kußhand zuwerf*

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