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Interessante Zeiten

Die Informationen, die derzeit ungefiltert auf mich hereinstürmen, sind wirklich wuchtig. Wohl zu wuchtig für meine Konstitution - mein Körper meldet sich mit einem brennenden Rachen zu Wort und schickt mich aufs Krankenlager. - Die Stelle, die ich angetreten habe, ist allem Anschein nach nur intern auf zwei Jahre befristet; jemand von den Führungskräften hat hierzu eine handschriftliche Notiz angefertigt. Danach hätte man mich bei Erfolg ("Das läuft von allein, den brauchen wir jetzt nicht mehr") wie bei Misserfolg ("Er hat es nicht geschafft") meines Projekts wieder auf meinen alten Arbeitsplatz zurückgeschickt, zum Schaden für die Sache wie für das ganze Haus. Die Angelegenheit liegt jetzt beim Personalrat, mit dem ich gerne ein klärendes Gespräch führen würde. - Meine allerliebste Kollegin gestand mir heute, sie wäre vor einem Jahr moralisch so am Boden gewesen, dass sie bei einem Escort-Service angeheuert hätte. Glücklicherweise durchkreuzte ihr jetziger Mann ihre Pläne. Schade, dass sie ausgerechnet jetzt ihre Koffer packen muss, um ein neues Leben zu beginnen. Ich habe ihr offen gestanden, dass während der langen Zeit, in der wir uns täglich sahen, bei mir mehr als einmal der Wunsch aufkam, aus unserer kollegialen Freundschaft könnte doch mehr werden. Warum ich schließlich doch zögerte, aufs Ganze zu gehen, begründete ich mit meiner Feigheit und Mutlosigkeit. Ich werde sie schmerzlich vermissen. Sie ist hübsch, ziemlich naiv, aber für ihre Freunde eine wirkliche Unterstützung. Sie bot mir immer eine Schulter, an der ich mich ausweinen durfte.
momente - 15. Dezember, 21:28

Was für ein Abschiedsgeschenk an die Kollegin! ;>>

Verdammt, du wirst echt gebeutelt. Hoffentlich wendet sich alles zum Guten für dich.

WilderKaiser - 18. Dezember, 21:13

Ja, irgendwann muss das ja mal eine Ende haben. Oder auch nicht, s. neuester Eintrag. :-( LG, WilderKaiser
nessy - 18. Dezember, 16:12

Mensch, so ein Mist!
Aber das Leben besteht nicht nur aus verpassten Chancen, auch wenn es manchmal den Anschein hat. Manchmal sind die Dinge auch gut so, wie sie passieren. Nur leider erkennt man das meist erst Jahre später, was einem aktuell auch nichts hilft.

WilderKaiser - 18. Dezember, 21:18

Dass man es weiß, dass die verpasste Chance so offensichtlich ist, macht es nochmal so schlimm. Es ist schon seltsam, jedesmal spielten die Gefühle verrückt, wenn ich mit ihr - auch in der Arbeit - zusammen war. Manchmal war es Wut, manchmal blinde Verliebtheit, manchmal Trauer, aber immer sehr intensiv. Das plötzlich nicht mehr fühlen zu können, erscheint mir am grausamsten daran.
nessy - 19. Dezember, 22:32

Das verstehe ich gut. Menschen, die Emotionen wecken, faszinieren und halten am Leben.
herold - 18. Dezember, 16:19

gebt dem kaiser,

was des kaisers ist. ;)

WilderKaiser - 18. Dezember, 21:19

Genau, lieber Herold. Und da jetzt Weihnachten ist, lasse ich extra nochmal den Hut für eine milde Gabe herumgehen.

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