Wilde Träume
Wilde Träume hatte ich in der vergangenen Nacht. Es handelte sich dabei wieder mal um nicht enden wollende Verfolgungsträume. Ich kann mich nicht erinnern, jemals von so ausufernden und episch breiten Verfolgungsszenarien geträumt zu haben wie in den letzten Monaten. Allmählich macht mich das ein wenig stutzig. Im Traum letzte Nacht geriet ich in eine ähnliche Situation wie Neo am Ende des zweiten Teils der "Matrix"-Trilogie: ich wehrte auf mich geschleuderte, weiße Schranktüren mit der bloßen Kraft meiner Gedanken ab, war aber danach ziemlich erschöpft. In einer weiteren Traumsequenz werde ich von der Gestapo verfolgt und laufe dabei mit nacktem Oberkörper auf ein Fußballfeld, wobei ich immer wieder "Ecce homo! Ecce homo!" brülle. Ich will damit nur kundtun, dass ich auch nur ein Mensch bin. Viel mehr als das beschäftigt mich allerdings die Frage, woher dieses Zitat stammt. Ich erinnere mich im Traum dunkel an ein Buch von Nietzsche, das diesen Titel trägt, aber ich vermute auch einen biblischen Ursprung. Die herumstehenden Fußballspieler sehen mich milde lächelnd an wie einen Verrückten oder glotzen ziemlich verständnislos. Danach finde ich mich in einem Kellergewölbe wieder, in dem Goldstaub in Plastiksäckchen gelagert ist. Es gelingt mir, zwei davon beiseite zu schaffen. Danach setze ich mich an einen Tisch, an dem gerade gepokert wird. Triumphierend sage ich: "Ich setze 2000!", und als ich die Skepsis meiner Mitspieler bemerke, füge ich hinzu: "In Gold." Einer der Spieler nickt anerkennend. Offensichtlich darf ich jetzt auch mitspielen.
WilderKaiser - 9. November, 22:32 in: Träume