Auf der Suche nach dem Immergleichen
Viele Filme bedienen sich anscheinend aus einem nicht sehr reichhaltigen Repertoire an Filmszenen. Und erst heute ist mir wieder so eine Standardszene über den Weg gelaufen, die, gemessen am wirklichen Leben, so nie passieren wird und vollkommen aus dem Reich der Märchen stammt. Das Filmpaar steht sich in Nahaufnahme - meistens sieht man nur das Gesicht - gegenüber. Sie schmachtet ihn an oder umgekehrt, wobei diese Einstellung nie länger als eine Minute dauert. Beide küssen sich. Schnitt. Schließlich fährt die Kamera auf ein Bett zu, in dem beide nach dem Akt gedankenvoll zusammenliegen. Am Ende der Kamerafahrt sieht man wieder nur ihre Gesichter. Es folgt entweder ein Monolog, ein Dialog, oder einer der beiden Partner ist verschwunden, wenn der andere am nächsten Morgen aufwacht. Was suggeriert diese Szene? Sie lernten sich kennen, küßten sich und landeten anschließend im Bett, und das innerhalb von fünf Minuten. Wahre Liebe im Schnelldurchlauf. Wie realistisch ist die dargestellte Situation? Übertrieben unrealistisch. Aber offensichtlich gefällt sie den Regisseuren so gut, dass sie sie in beinahe jeden Film einmontieren, auch wenn sie nicht zum Film paßt. Egal. "Hey John, nimm doch bitte mal Szene 0815 in dein Skript auf!" "Okay, Chef. Vor oder nachdem Billy zu einem Alien mutiert ist?"
WilderKaiser - 18. Dezember, 23:39 in: Perspektiven
SO
:)
Ich finde es schön,