Freitag, 9. Februar 2007

Der Fahrstuhl

Ich steige in einen Fahrstuhl ein, der unendlich weit in die Höhe fährt, und je höher der Fahrstuhl nach oben saust, um so weichere Knie bekomme ich. Der Fahrstuhl ist entweder voll verglast, so dass man nach allen Seiten einen ungehinderten Ausblick hat, oder ich befinde mich in einem unsichtbaren Schwebefahrstuhl. Meine Begleitung lächelt mich zwar an, aber mir ist nicht nach Lächeln zumute. Ganz oben, irgendwo über den Wolken, sind wir mit einem jovialen, älteren Herrn mit weißem Bart verabredet, den ich bereits kennenlernen durfte. Er fand damals meine Höhenangst belustigend und lachte in einem dröhnenden Bass, als mir der Schweiß ausbrach. Mir wird schon schwindlig, wenn ich nur daran denke. Ich muss mir aber eingestehen, dass die Aussicht von dort oben wirklich atemberaubend ist.

Statt einer Antwort

...
Ja, die Frühlinge brauchten dich wohl. Es muteten manche
Sterne dir zu, daß du sie spürtest. Es hob
sich eine Woge heran im Vergangenen, oder
da du vorüberkamst am geöffneten Fenster,
gab eine Geige sich hin. Das alles war Auftrag.
Aber bewältigtest du's? Warst du nicht immer
noch von Erwartung zerstreut, als kündigte alles
eine Geliebte dir an? (Wo willst du sie bergen,
da doch die großen fremden Gedanken bei dir
aus und ein gehn und öfters bleiben bei Nacht.)
Sehnt es dich aber, so singe die Liebenden; lange
noch nicht unsterblich genug ist ihr berühmtes Gefühl.
Jene, du neidest sie fast, Verlassenen, die du
so viel liebender fandst als die Gestillten. Beginn
immer von neuem die nie zu erreichende Preisung;
denk: es erhält sich der Held, selbst der Untergang war ihm
nur ein Vorwand, zu sein: seine letzte Geburt.
Aber die Liebenden nimmt die erschöpfte Natur
in sich zurück, als wären nicht zweimal die Kräfte,
dieses zu leisten. Hast du der Gaspara Stampa
denn genügend gedacht, daß irgend ein Mädchen,
dem der Geliebte entging, am gesteigerten Beispiel
dieser Liebenden fühlt: daß ich würde wie sie?
Sollen nicht endlich uns diese ältesten Schmerzen
fruchtbarer werden? Ist es nicht Zeit, daß wir liebend
uns vom Geliebten befrein und es bebend bestehn:
wie der Pfeil die Sehne besteht, um gesammelt im Absprung
mehr zu sein als er selbst. Denn Bleiben ist nirgends.
...
R. M. Rilke, 1. Duineser Elegie

Rauschen

Um auch mal Bruder Paulus zu zitieren:
>>Wie wir Menschen uns auch organisieren: Es...
ElsaLaska - 7. November, 21:05
Besorgniserregender
als die Schweinegrippe finde ich die Rückengrippe....
zuckerwattewolkenmond - 7. November, 21:03
Ich bin ja ein überaus
geduldiger, ausgeglichener, liebevoller, toleranter...
Anobella - 7. November, 16:25
Wortgeschenke
Bei Twitter gibt es eine ganz neue Funktion, mit welcher...
zuckerwattewolkenmond - 7. November, 10:49
Kritikverbot
Heute werde ich mit Nettigkeiten geradezu überhäuft....
zuckerwattewolkenmond - 6. November, 22:24
"Das Kreuz vertritt alle Menschen. Aber auf welche Weise? Niemand...
"Das Kreuz vertritt alle Menschen. Aber auf welche...
ElsaLaska - 6. November, 21:30
Die Offenbarung
Herr N., mein Büromitinsasse, hatte heute eine...
zuckerwattewolkenmond - 6. November, 18:35
Sag ich doch. Stuart Pigott über den Rheingau:
"In vielen dunklen Ecken (des Rheingaus) hat sich jedoch...
Anobella - 6. November, 09:44

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