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Dienstag, 30. Januar 2007

Immer wenn ich...

...versuche, Kritik daran zu formulieren, wie wir unser Leben leben und wie wir darüber nachdenken, finde ich mich zwangsläufig in einer Strömung wieder, die auf ein apokalyptisches Szenario hintreibt. Es ist manchmal der billigste Ausweg aus einer theoretischen Unschlüssigkeit, immer wieder zu rufen: "Es ist fünf Minuten vor zwölf! Wacht auf!" und dabei zu wissen, dass sich daraus kein einziger brauchbarer Gedanke ableiten läßt. Sicherlich müßten wir ein Niveau erreichen, auf dem wir uns selbst und unsere Art zu denken gleichsam von außen betrachten. Aber wo das Rettende wächst, ist auch Gefahr.

Fünfe gerade sein lassen

Aus aktuellem Anlass fünf Dinge aus der Grabbelkiste, auch mein Leben genannt:

1. Verhaftung: Ich stand schon einmal kurz vor der Verhaftung. Paradoxerweise war es mein stark alkoholisierter Zustand, der Schlimmeres verhinderte. Grund war mein plötzliches Verlangen nach Weihnachtskugeln, das mich mitten in der Nacht auf dem scheinbar menschenleeren Weihnachtsmarkt überfiel.

2. Operationsnarbe: Die größte Narbe, die durch eine etwas unbedachte Paketöffnungsaktion mit einem entsicherten Teppichmesser entstand, ziert meinen rechten Oberschenkel. Ich blutete sehr stark, war aber glücklicherweise innerhalb von wenigen Minuten in der Notaufnahme. Schmerzen spürte ich erst bei den letzten drei von zehn Stichen des Chirurgen.

3. Schmerzen: Richtig schmerzhaft wurde es, als mir ein Arzt einmal einen Abszess ohne Betäubung aus der Achselhöhle schnitt.

4. Theater: Ich spielte vor 13 Jahren die Hauptrolle in Ödön von Horvaths "Italienische Nacht" auf einer mittelgroßen Bühne (6 Aufführungen mit durchschnittlich 300 Zuschauern) und wurde danach in persönlichen Gesprächen gnadenlos verrissen.

5. Genua: Ich irrte in der Zeit nach dem Abitur drei Tage lang ziemlich planlos durch die Gassen der Genueser Altstadt, konnte mich kaum auf Italienisch verständigen und lag nachmittags auf meinem Bett im Hotelzimmer, um "The Doors" mit meinem Walkman zu hören und an die Decke zu starren. Obwohl ich eigentlich irgendwo an den Küsten Liguriens im Meer baden wollte, wurde es mir irgendwann zuviel und ich flüchtete wieder über den Brenner. Am Münchner Hauptbahnhof gönnte ich mir dann erst einmal ein ordentliches Frühstück.

Auch gut

Wenn ich zur ersten Vorstellungsrunde schon nicht eingeladen werde, brauche ich mir für die zweite keine allzu großen Hoffnungen mehr machen. Ich bin disqualifiziert (oder: nicht qualifiziert), aber das war mir schon vorher klar. Und weiter im vertrauten Chaos.

Rauschen

KREISCH
via @saschalobo Bookmarken bei:
Frau Schaaf - 28. November, 21:29
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Frau Schaaf - 28. November, 12:03
Ich meine,
wenn sie sagen würden, "Hey, hallo, hier ist Siemens,...
Anobella - 28. November, 11:51
Eugène Ionesco und ein bisschen Priesterschelte.
Kürzlich war der hunderste Geburtstag des rumänischstämmigen...
ElsaLaska - 28. November, 11:18
Meine erste Antwort am Telefon
heißt immer "Ja!" Meistens sehr kurz angebunden,...
Anobella - 28. November, 10:49
Auch mal wieder hier
17 Tage schon wieder nicht gebloggt. Es ist eine Schande....
hith - 28. November, 10:22
Fremde Intelligenz
...und es gibt weltweit zunehmend Berichte, dass sich...
zuckerwattewolkenmond - 27. November, 19:47
Dezemberfertig
In den letzten Jahren hatte ich ja keinen richtigen...
zuckerwattewolkenmond - 27. November, 15:15

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