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Freitag, 24. November 2006

Mühlhiasl

Der Mühlhiasl ist in Ostbayern und vor allem im Bayerischen Wald eine ähnlich legendäre Figur wie etwa Andreas Hofer in Tirol. Die Volkssagen betonen immer wieder sein Einzelgängertum und sein Leben als Eremit und Visionär. Einiges deutet darauf hin, dass er rastlos in der Wildnis der Bayerischen Waldes unterwegs war und auf Berggipfeln nach der Ergriffenheit des Sehenden suchte. Viele glaubten, dass er den Beginn des Zweiten Weltkriegs richtig vorhergesehen und den Bau der Eisenbahn durch den vorderen Bayerischen Wald als den Auftakt zu einer schlimmen Zeit gedeutet habe ("...wenn der eiserne Hund durch den Vorderwald bellt."). Darum werden auch heute noch Mühlhiasl-Sprüche wie feststehende Wahrheiten zitiert und ernsthaft im Hinblick auf die nächste und nähere Zukunft diskutiert. Vieles verwebt sich hier mit den Lebensschicksalen der Einwohner, die ja zum Großteil nicht den Nationalsozialismus, sondern lediglich die Kriegs- und Nachkriegszeit als entbehrungsreich und erschütternd erlebten. (So war das einschneidendste Erlebnis meiner Großmutter mütterlicherseits während des Zweiten Weltkriegs das plötzliche Auftauchen eines amerikanischen Panzers an der Straßenecke.) "Wie der Mühlhiasl schon gesagt hatte..." wurde oft zum Anlass für ein stundenlanges Gespräch. Aber so wie in der bayerischen Volksseele die Regierung, der Glauben und die Heimat ein unverwechselbares Amalgam bilden, in dem eines durch das andere ersetzbar wird, so wohnt in derselben Seele doch oft auch der Keim der Rebellion und des Widerspruchs. Wenn jemand geschickt mit den "Wir sind wir, und wir bleiben wir!"-Gefühlen spielt, wächst der Bayer mit anderen zu einer amorphen, bierseligen Masse zusammen, während er sich von untergeordneten Chargen nichts sagen läßt und jeden Versuch, ihn zu etwas zu drängen, mit passiver Aggression beantwortet. Dass der Mühlhiasl mit den Mönchen des Klosters Windberg und anderen Autoritäten über Kreuz lag, machte ihn wohl erst so richtig faszinierend.

Hoizscheidl-Rap

Solo, Sprechgesang:
Da Oasiedl vo Bong
hot Hoizscheidl glom
und hod si an Schiefling
in Osch einizong.

Chor im Hintergrund:
Hoizscheidl glom -
Schiefling eizong -

Solo, Sprechgesang:
Da Mesna vo Krailing
a kreizbrava Mo
der hod eam den Schiefling
vom Osch aussa do.

Text und Musik: Haindling

And now the complete text in German:

Der Einsiedler von Bogen (der berühmte Mühlhiasl, Anm. d. Autors)/ hat Holzscheite gehackt/ und hat sich beim Hacken einen spitzen Holzspan/ in den Allerwertesten gezogen./ Der Mesner von Krailing,/ ein kreuzbraver Mann/ der hat ihm den spitzen Holzspan/ aus dem Allerwertesten gezogen.

Rauschen

Bei Facebook melde ich mich ja aus Prinzip nicht an.
Selbst wenn ich schon die Lust verspürte, aber...
ElsaLaska - 21. Dezember, 01:50
Vielleicht ...
schmoren wir katholischen Blogger ja im eigenen Saft,...
ElsaLaska - 21. Dezember, 00:40
Komplimente der besonderen Art
Am Donnerstag hatte ich mich wieder mal auf unserer...
hith - 20. Dezember, 23:00
Was Italo Svevo nie gelang, gelingt Evelyn Waugh:
Kongenialität mit Marcel Proust. Und wem gelang...
Anobella - 20. Dezember, 18:33
Nacht(b)revier 2009-Jahresrückblick [I]
Januar Das neue Jahr fängt damit an, dass ich...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:48
Wenn ich nach "katholische Autoren" google ...
komme ich auf eine Trefferliste, in der ganz oben ein...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:06
Die letzten Tage
…des Jahres fliegen dahin. Kommende und übernächste...
Frau Schaaf - 20. Dezember, 12:10
Seewald, sehr schön.
Er fragt sich, ob die Auferstehung ohne Frauen überhaupt...
ElsaLaska - 20. Dezember, 11:15

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