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Mittwoch, 22. November 2006

Dialog III

"Weißt du, Tom, was ich ihnen zum Vorwurf mache? Dass sie keine eigenständigen Wesen sind. Sie spüren nur den - ja, fast kindlichen, fast reflexhaften Wunsch, zu verschmelzen und sich selbst auszulöschen, unsichtbar zu werden und sich hinter einer Fassade einzurichten, voller Angst und versteckter Feindeligkeit. Sie hassen es, im Rampenlicht zu stehen, etwas zu sein, das sich nicht mit dem allgemeinen common sense begründen läßt und sie vielleicht der Kritik aussetzt. Aber - " und an dieser Stelle rückte er seine Brille zurecht und starrte wieder auf den Monitor - "ich verurteile sie auch nicht, nein, warum, jeder fühlt doch dasselbe, und wer dieses Gefühl verleugnet, ist eigentlich kein Mensch. Doch dadurch, dass sie es aus Furcht und nicht aus Liebe tun, gerät ihnen ihr Leben zu einem Katastrophenszenario, in das sie andere mit hineinreißen, je mehr, desto besser. Denn immer, wenn sie kurz davor stehen, ihre Vernunft oder das, was sie dafür halten, über Bord zu werfen, quäkt in ihnen ihr ständig unbefriedigtes Ego und hält sie wieder zurück. Verständlich, dass jedes Quäntchen Macht auf sie eine ähnliche Wirkung entfaltet wie ein Tropfen Alkohol bei einem Alkoholiker, der seit 20 Jahren nichts mehr getrunken hat." "Es ist sehr einfach, sich so erhaben zu fühlen wie du. Brauchst du diese intellektuelle Bestätigung, damit du in deinen Augen nicht gar so mickrig erscheinst?" "Ach, Tom. Es ist eigentlich ganz einfach...aber wer sich verletzt fühlt, kann natürlich nicht zuhören. Er drückt an der schwärenden Wunde seiner Eitelkeit herum."

aus Arne Beldt: Der Glücksautomat

Das Blockseminar heute...

...war sehr anstrengend und in der Fülle der Informationen monströs. Dazu noch die nervige Zugfahrt - 1 Stunde hin, 1 Stunde zurück - , bei der es mir nicht vergönnt war, alleine zu sitzen, und die Abfahrt am frühesten Morgen. Aber das erste Mal, seit ich meinen neuen Aufgabenbereich übernommen habe, fühle ich mich, als hätte ich wieder festen Boden unter den Füßen. Es ist tatsächlich von Vorteil, die einschlägigen Rechtsvorschriften genauer zu studieren. Eigentlich unglaublich, wenn ich bedenke, dass 90 % aller Aktivitäten, die rund um dieses Thema entfaltet werden und Zeit, Geld (viel Geld!) und Nerven kosten, lupenreiner Schrott sind. Jetzt will ich aber nur noch eine Tasse Tee, kuscheligen Sound und mein Bett. Adieu...

Rauschen

Bei Facebook melde ich mich ja aus Prinzip nicht an.
Selbst wenn ich schon die Lust verspürte, aber...
ElsaLaska - 21. Dezember, 01:50
Vielleicht ...
schmoren wir katholischen Blogger ja im eigenen Saft,...
ElsaLaska - 21. Dezember, 00:40
Komplimente der besonderen Art
Am Donnerstag hatte ich mich wieder mal auf unserer...
hith - 20. Dezember, 23:00
Was Italo Svevo nie gelang, gelingt Evelyn Waugh:
Kongenialität mit Marcel Proust. Und wem gelang...
Anobella - 20. Dezember, 18:33
Nacht(b)revier 2009-Jahresrückblick [I]
Januar Das neue Jahr fängt damit an, dass ich...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:48
Wenn ich nach "katholische Autoren" google ...
komme ich auf eine Trefferliste, in der ganz oben ein...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:06
Die letzten Tage
…des Jahres fliegen dahin. Kommende und übernächste...
Frau Schaaf - 20. Dezember, 12:10
Seewald, sehr schön.
Er fragt sich, ob die Auferstehung ohne Frauen überhaupt...
ElsaLaska - 20. Dezember, 11:15

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