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Sonntag, 12. November 2006

Meet me in the eye

Ich habe den Auftrag, ein Kriegsgebiet zu überwachen, aber um schnell dorthin zu gelangen, benötige ich die Hilfe eines Spezialisten, der eine Art Teleporter bedient. Ich weiß nur, dass das betroffene Land früher eine deutsche Kolonie in Afrika war, kann mich aber nicht mehr an dessen Namen erinnern. Der Spezialist wohnt in einem seltsamen Gebäude mit verwinkelten Fluren, und es dauert eine ganze Weile, bis ich ihn aufgespürt habe. Er sitzt in einem mit weißen Tüchern abgehängten Raum und bedient höchst fingerfertig eine Steuerkonsole mit vielen farbigen Knöpfen. Neben ihm liegt ein riesiger LCD-Monitor flach auf dem Boden, der eine Fläche von vier Quadratmetern einnimmt. Ich erzähle ihm von meinem Auftrag, aber er nickt bloß und vertieft sich dann wieder in das geschmeidige Spiel seiner Finger. Nun interessiert es mich doch, was er denn mit seiner Konsole bedient, und ich frage ihn: "Sag mal, was machst du denn da?", worauf er abrupt seine Tätigkeit unterbricht, um mir zu antworten: "Siehst du es denn nicht?" Auf dem LCD-Monitor sind nur Bildfetzen und Bildrauschen zu erkennen wie bei einem schlecht eingestellten Fernseher. Ich glaube schon gar nicht mehr daran, dass der Spezialist mir in irgendeiner Weise weiterhelfen kann, als ich plötzlich auf einer Art Marktplatz im Freien stehe und die südliche Sonne unbarmherzig auf mich niederbrennt. An mir fährt eine Kolonne modernster amerikanischer Panzer vorbei und atemlos berichte ich im Stil eines Auslandskorrespondenten, dass die Rebellion niedergeschlagen wurde. Wie zur Bestätigung meines Berichts explodieren genau in diesem Augenblick auf dem gegenüberliegenden Hügel zwei Wohnhäuser. Kurze Zeit später wache ich wieder in denselbem Raum auf und öffne die Augen, aber der Spezialist, die Konsole und der LCD-Monitor sind verschwunden. Ich durchsuche erneut durch das ganze Haus und finde ihn in einem dunklen Gang auf dem Boden sitzend. Da ich hellauf begeistert von seiner Arbeit bin, suche ich in meiner Geldbörse einige Münzen zusammen, die ich ihm in die Hand drücke. "Und? Ist das so ausreichend?" "Ja, mehr als das. Ich habe genügend davon." Und als er sich sich aufstützt, um sich ein wenig gerader hinzusetzen, klimpert das Münzgeld in seinen Taschen. Er sieht jetzt völlig verwahrlost aus und ist in zerrissene Lumpen gekleidet.

Rauschen

Bei Facebook melde ich mich ja aus Prinzip nicht an.
Selbst wenn ich schon die Lust verspürte, aber...
ElsaLaska - 21. Dezember, 01:50
Vielleicht ...
schmoren wir katholischen Blogger ja im eigenen Saft,...
ElsaLaska - 21. Dezember, 00:40
Komplimente der besonderen Art
Am Donnerstag hatte ich mich wieder mal auf unserer...
hith - 20. Dezember, 23:00
Was Italo Svevo nie gelang, gelingt Evelyn Waugh:
Kongenialität mit Marcel Proust. Und wem gelang...
Anobella - 20. Dezember, 18:33
Nacht(b)revier 2009-Jahresrückblick [I]
Januar Das neue Jahr fängt damit an, dass ich...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:48
Wenn ich nach "katholische Autoren" google ...
komme ich auf eine Trefferliste, in der ganz oben ein...
ElsaLaska - 20. Dezember, 17:06
Die letzten Tage
…des Jahres fliegen dahin. Kommende und übernächste...
Frau Schaaf - 20. Dezember, 12:10
Seewald, sehr schön.
Er fragt sich, ob die Auferstehung ohne Frauen überhaupt...
ElsaLaska - 20. Dezember, 11:15

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