Sie: gertenschlank, blond, leicht bekleidet. Er: ein paar Jahre älter, souverän, Sonnenbrille.
Sie (mit piepsiger Stimme): "Schaaatz!"
Er (brummt): "Hmmm?"
Sie: "Findest du, ich bin zu dick?"
Er (nimmt die Sonnenbrille ab und betrachtet sie eingehend): "Ich finde, du bist zu dünn. Du könntest ruhig noch ein paar Gramm zunehmen."
Sie (skeptischer Blick): "Ehrlich?"
In einem uralten, baufälligen Gerichtsgebäude suche ich nach einem verborgenen Raum. Ich bewege mich mit einem Freund durch die verschlungenen, niedrigen Gänge. Die Böden sind aus Holz und wirken nicht besonders stabil. Über die Stellen, an denen man einbrechen könnte, wurden nur Decken geworfen. Als ich wieder mal über eine solche Stelle balanciere, erreiche ich zwar den Durchgang zu einem anderen Trakt, aber ich kann dann weder vor noch zurück. Ich blicke nach unten und sehe ins Dunkel eines Treppenhauses. Das Geländer neben mir ist nur weiß lackiertes Holz und wirkt äußerst brüchig. Als ich meinen Freund um Hilfe bitte, grinst er mich nur hämisch an. - Ich stehe zusammen mit anderen, darunter einigen Kollegen, im Vestibül eines Gerichtsgebäude, das dem Bahnhof in R. sehr ähnlich sieht, und warte auf den Ausgang einer Entscheidung. Als der Angeklagte das Gebäude verlässt, skandiere ich plötzlich: "Mörder! Mörder! Mörder!" Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Einige, die in meiner Nähe stehen, missbilligen meine lauten Rufe. Einige meinen: "Er ist doch noch gar nicht verurteilt!" Aber meine penetranten Rufe zeigen schließlich Wirkung, so dass am Ende alle "Mörder!" skandieren, auch die, die vorher mein Rufen missbilligten. Vor dem Gebäude erscheint plötzlich ein Demonstrationszug, der dasselbe ruft. Er wird vom Bischof angeführt, der eine Monstranz vor sich herträgt. - Mitten in den Semesterferien findet an der Uni (Schule?) ein Seminar statt, das ich zusammen mit dem Dozenten organisiert habe. Irgendwie spielte dabei ein Set von Farbstiften eine Rolle, ich kann mich aber nicht mehr erinnern, welche. Ich erscheine jedenfalls zu spät zum Seminar. Der Eingang zum Raum liegt ziemlich versteckt hinter einer Ecke. Dort angekommen, öffnet sich eine lange Flucht, bei der sich links die Eingänge zu den Hörsälen befinden und rechts eine Reihe unverbundener Fenster. Entweder ist das Glas getönt oder es ballt sich gerade ein größeres Unwetter zusammen; es ist jedenfalls ziemlich düster draußen. Ich stehe vor den Eingängen zum Hörsaal; die Wand ist eine helle, glatte Holzfläche, in die die Türen mit den Designerklinken eingelassen sind. Ich weiß nicht so recht, welchen Eingang ich benutzen soll, hänge meine Jacke an einen Haken und betrete schließlich den abgedunkelten Raum. Wieder treffe ich einige Kollegen aus der Arbeit, die sofort aufstehen, als ich den Raum betrete. Ich will mich aber in eine Reihe setzen, in der Mitstudenten sitzen, die ich nicht kenne. Als ich sie bitte, aufzustehen, damit ich in der Mitte Platz nehmen kann, sehen sie mich zuerst verwundert an, springen dann aber auf. - Ich wohne im oberen Stockwerk eines mehrstöckigen Hauses, und direkt gegenüber befindet sich ein anderes Haus, in dessen Fenster man blicken kann. Ein Bekannter taucht auf und behauptet, dass im Stockwerk gegenüber ein Bordell betrieben wird. Als ich jedoch ein Fenster öffne, sind alle Fenster im Stockwerk des gegenüberliegenden Hauses dunkel und wirken ziemlich verlassen. Lediglich etwas weiter die Straße abwärts wurde hektisch in einem Raum das Licht gelöscht. Lange Zeit geschieht überhaupt nichts. "Da drüben ist niemand", sage ich zu meinem Bekannten und schließe das Fenster wieder. - Ich fahre mit dem Rad durch eine endlos wirkende, flache Landschaft, als am Horizont die überdimensionale, gelbe Front einer dreischiffigen Wallfahrtskirche erscheint. Dieser Eindruck ist selbst im Traum völlig unwirklich.
WilderKaiser - 18. Juni, 11:16 in:
Träume
...ich mich bei einem Film nicht der Illusion hingeben könnte, alles wäre authentisch und geschehe spontan, aus den Motiven der sprechenden und handelnden Figuren heraus? Was für einen Film würde ich dann sehen? Gut, im besten Fall könnte ich den Film analysieren und zu erkennen versuchen, warum der Film entstanden ist. Denn es muss ja einen Zusammenhang geben, der alles, von der Idee des Films angefangen bis hin zum Film selbst, miteinander verbindet. Ich mag das nicht als reine Kausalität beschreiben; das wäre einfach zu oberflächlich. Ersetze ich aber den Film mit dem gegenwärtigen Zustand der Realität, so wie ich sie wahrnehme, und stelle ich fest, dass ich ihr nicht entrinnen kann, dann ergibt sich doch schon eine neue, viel beängstigendere Konstellation. Ein hell ausgeleuchtetes, dissonant kontrastierendes Bewußtsein zur Realität könnte so etwas wie die Vorstufe zur Freiheit bedeuten. Oder einen Mangel an Erfahrung im Umgang mit der Wahrheit.
Nachtrag: Ja, das ist es. Den Nagel auf den Kopf getroffen. Und es erklärt auch so schön, warum mich die Frage nach dem "Warum?" nicht losläßt. Denn eigentlich ist es keine metaphysische, sondern eine ethische Frage. Sie wird aber dadurch nicht unbrisanter, ganz im Gegenteil.